06.07.2026 Fachtag Wohnberatung 2026

Blick in den Tagungsraum der Fachtagung Wohnberatung mit den von hinten zu sehenden teilnehmenden Wohnberaterinnen und Wohnberatern während eines Vortrags.

Am 1. Juli 2026 nahm die KBV-Wohnberatung an der Fachtagung der Landeskoordination Wohnberatung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf teil. Rund 100 Wohnberaterinnen und Wohnberatern aus ganz Nordrhein-Westfalen kamen zu dieser Veranstaltung zusammen.

Mit mehr als 100 Wohnberatungsstellen verfügt Nordrhein-Westfalen über ein flächendeckendes Beratungsangebot, das Menschen dabei unterstützt, durch individuelle Wohnungsanpassungen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer eigenen Häuslichkeit leben zu können.

Im Mittelpunkt der Fachtagung stand die Bedeutung der Wohnberatung für die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen. Aus unterschiedlichen Perspektiven wurde verdeutlicht, welchen wichtigen Beitrag die Wohnberatung dazu leistet, die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Menschen zu erhalten. Vertreterinnen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Frau Hofmann, sowie des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS), Frau Dr. Reuter, betonten, dass ohne die Wohnberatung viele Menschen in ein Pflegeheim hätten umziehen müssen, obwohl sie mit geeigneten Anpassungsmaßnahmen weiterhin in ihrer eigenen Wohnung hätten leben können.

Foto von Matthias Heidmeier während seines Grußwortes.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Frage, wie die Wohnberatung angesichts der derzeit angespannten finanziellen Rahmenbedingungen langfristig gesichert und weiterentwickelt werden kann. In den Vorträgen und Diskussionen bestand Einigkeit darüber, dass die Wohnberatung durch ihre präventive Arbeit einen wichtigen Beitrag dazu leistet, Kosten im Gesundheits- und Pflegebereich zu vermeiden. Frühzeitige Beratung und bedarfsgerechte Wohnungsanpassungen können dazu beitragen, die Selbstständigkeit der Menschen länger zu erhalten und den Eintritt von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden.

In seinem Grußwort griff Staatssekretär Matthias Heidmeier diesen Präventionsgedanken auf und hob die große Bedeutung der Wohnberatung hervor. Exemplarisch verwies er auf das frühzeitige Erkennen und Beseitigen von Sturzgefahren im häuslichen Umfeld. Dadurch könne beispielsweise die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche reduziert werden. Gerade bei älteren Menschen hätten diese häufig schwerwiegende gesundheitliche Folgen und könnten bis zum Eintritt einer Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit führen.

Die Fachtagung bot darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung der Wohnberatungsstellen. Insbesondere der intensive Austausch über die zukünftige Ausgestaltung und Finanzierung der Wohnberatung machte deutlich, wie wichtig es ist, dieses Angebot auch in finanziell herausfordernden Zeiten langfristig zu sichern. Die Vorträge und Diskussionen unterstrichen eindrucksvoll, dass die Wohnberatung nicht nur die selbstbestimmte Lebensführung der Menschen stärkt, sondern durch ihre präventive Wirkung auch einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Gesundheits- und Pflegesystems leistet. Insgesamt war die Veranstaltung eine gelungene und informative Plattform, die wertvolle Impulse für die zukünftige Arbeit der Wohnberatungsstellen setzte.